Prof. Gerald Hüther spricht in mehreren seiner Vorträge (Neurobiologie des Glücks; Und nichts wird fortan so sein wie bisher…) von der „inneren Haltung“, die Ergebnis der gemachten Erfahrungen ist und die unser Verhalten und unseren Umgang mit der Welt steuert. Das, was er wissenschaftlich erarbeitet und nachgewiesen hat, entspricht dem, was ich mir aus meinen praktischen Erfahrungen mit mir selbst und anderen „zusammengereimt“ habe, untermauert meine praktischen Erfahrungen.  Ich habe festgestellt, dass bei mir Muster entstanden sind, die mich steuern. Diese hatten zunächst eine Schutzfunktion, haben  sich jedoch zu massiven Behinderungen verfestigt, die sich völlig verselbständigt hatten und mit meinem  Willen und meinem Verstand einfach nicht zu erreichen waren.

In diesem Beitrag möchte ich Sie, liebe Leserin, lieber Leser, daran teilhaben lassen, wie ich mit meiner „inneren Haltung“, meinen Mustern und Glaubenssätzen, die sich herausgebildet hatten durch massive traumatische Erlebnisse, umgegangen bin bzw. weiterhin umgehe.

Der erste Schritt dabei war, sie anzunehmen, so wie sie sind, nichts verändern zu wollen. Sie haben sich dennoch verändert. Wie das geschehen konnte, möchte ich Ihnen hier mitteilen.

Zum Jahreswechsel 2011/2012 hatte ich zum 1. Mal einen richtigen Asthma-Anfall mit erheblicher Atemnot. Als hochgradige  Allergikerin erlebte ich schon etwa ab Anfang der 30 immer wieder asthmatische Beschwerden mit leichten Einschränkungen der Atmung. Konnte den Prozeß aber aufhalten, teilweise sogar umkehren durch therapeutische Bemühungen (Affirmation der bedingungslosen Liebe zu mir selbst als Verstandesleistung, Singen und Tönen mit meinem Herzenston). Die „innere Haltung“, die alten Muster änderten sich dadurch jedoch nicht und jedes Mal, wenn sie für Konflikte mit anderen Menschen  oder sonstige belastende Ereignisse sorgten, fiel das Erreichte in sich zusammen. Denn ich hatte noch nicht verstanden, dass Wesensanteile in mir, die jeweiligen Situationen erschaffen hatten, weil sie die Liebe, von der ich sprach und sang nicht fühlen konnten.

Die Situation Ende Dezember 2011 war eine solche Schöpfung und hatte   eine Qualität, die ich bis dato nicht erlebt hatte. Vorausgegangen waren Monate einer äußerst scharfen Verurteilung meiner selbst und anderer, was schließlich zu einem qualitativen Sprung im Bereich meiner Allergien führte.

Ich analysierte die Situation und machte mir klar, dass das, was ich da erlebte, Ausdruck meines Umgangs mit mir selbst war, Ausdruck meiner Gedanken und Gefühle zu mir selbst oder, wie Hüther es ausdrücken würde , meiner „inneren Haltung“, einer Haltung von „Unliebe“ und dass ich das Asthma damit selbst erzeugt hatte.

Diese Erkenntnis war für mich eine unumstößliche Wahrheit und Ausgangspunkt all dessen, was nun folgte.

Ich   kam zu dem Schluß: Wenn ich mir das also selbst erschaffen habe über meine Gedanken und Gefühle, so muss der Zustand auch umkehrbar sein. Muss es möglich sein, das Asthma über andere Gedanken wieder zu heilen, über Gedanken der bedingungslosen Liebe zu mir selbst.

Also machte ich mich auf den Weg, eine Lösung zu finden, begann, zunächst intellektuell, erneut das Konzept von bedingungsloser Liebe und Verzeihung zu denken. Sang wieder meinen inneren Ton. Trat   ein in eine intensive Auseinandersetzung mit mir selbst, vor allem in Form von Meditationen draußen in der Natur unter einer Birke.

Im Rahmen dieser Meditationen erhielt ich im Januar 2012 ein Bild, mit dem die bedingungslose Liebe fühlbar wurde: die goldene Liebesspirale. Sie ergab sich aus dem Bild eines Kreistanzes, den ich mit all den Wesensanteilen tanzte, die mich damals repräsentierten und die mir zu diesem Zeitpunkt bewusst waren. Wir, diese Bewusstseinsanteile und ich, standen im Kreis und hatten uns die Arme auf die Schultern gelegt.  Bei mir waren u.a.: Selbstverurteilung und Verzeihung, Wertlosigkeit und Wertschätzung, Wut und Friede usw..Zwischen den jeweiligen polaren Paaren und rechts und links von mir stand die bedingungslose Liebe . In meiner Vorstellung floss diese bedingungslose Liebe, ausgehend von mir durch alle meine Wesensanteile, durch die „negativen“ und die „positiven“ als wir begannen, uns im Kreis zu drehen und zu tanzen. Und auf einmal verwandelte sich der Kreis in eine wirbelnde goldene Spirale. Der Effekt war unmittelbar und beeindrucked: meine Atmung wurde sofort freier!

Zu Hause angekommen, malte ich die Spirale  aus der Meditation   auf ein Blatt Papier und stellte mich darauf. Mein Körper begann sofort zu schwingen und der Effekt – Befreiung meiner Atmung- war der gleiche.

In der Folgezeit experimentierte ich mit dieser Liebesspirale, malte zu allem, was mir bewusst wurde ein polares Paar auf Papier und stellte mich darauf. Lernte auch, die Spirale mental zu erzeugen, indem ich mir vorstellte und vorstelle, ich nehme den unharmonischen Wesensanteil in meinen rechten Arm und den harmonischen, den ich auch leben möchte, in meinen linken und erzeuge die Liebesspirale durch ein Gefühl von „inner bliss“.

Ende Januar hatte ich Tage mit völlig freier Atmung, hatte aber die Heuschnupfenzeit noch vor mir.

Zur Veranschaulichung lege ich ein Bild der Liebesspirale zum Thema Wut, Aggression und Güte, Friede dazu. Wut und Aggression hatten über einen langen Zeitraum immer wieder eine große Bedeutung in der Liebesspirale, meine unterdrückte und verurteilte Wut hatte mich fast erstickt.

Das waren die ersten Schritte. Heute weiß ich, dass ich mich damals in einem Teufelskreis befand von einerseits dem Stellen   extrem hoher Anforderungen an mich selbst bei gleichzeitiger Verurteilung meiner selbst, weil ich diese Anforderungen nach Höchstleistungen in Form von Erfolg, Geld und sozialem Ansehen nicht erfüllte und enormer Selbstbeschränkung aus Angst vor Verletzungen bzw. aus Angst, etwas falsch zu machen andererseits. Berufsunfähig bzw. arbeitslos geworden war und auf der körperlichen Ebene im Bereich des Bronchialbaums die Einschränkung als äußerst eingeengte Atmung erlebte. An der Oberfläche, für mich fühl- und erlebbar, war der Wunsch, mein Wissen und Können an den Mann zu bringen, ich wusste jedoch nicht, warum es mir nicht mehr bzw. immer weniger gelang. Hatte die Muster teilweise erkannt, konnte sie aber über den Verstand nicht ändern. Steckte in einer Zwickmühle, die immer enger wurde.

Diese Zwickmühle war mir Anfang 2012 nur teilweise bewusst. Bewusst und damit greifbar, war die enorme Selbstverurteilung und ganz viel ohnmächtige Wut, die jeweils fühlbar wurde, wenn sie in Konfliktsituationen mit anderen Menschen an die Oberfläche schoss.

Das, was an der Oberfläche liegt, mir somit bewusst ist, kann ich  - bildlich gesprochen – umarmen,   in die Liebesspirale nehmen und umwandeln in harmonischere Gefühle, wie Frieden oder Verzeihung.

Im Laufe der folgenden Monate sind mir über die Arbeit mit der Liebesspirale noch einige Teufelskreise und antagonistische Wesensanteile bewusst geworden, die wiederum mithilfe der Liebesspirale, gefühlter Liebe, angenommen, harmonisiert und überführt werden konnten in die„ innere Haltung“ eines viel viel größeren Wohlwollens zu mir selbst.

Dadurch hat mein Körper die Kraft erhalten, das Asthma auszuheilen und die hohe Allergiebereitschaft herunterzufahren.  Aber nicht nur mein Körper ist gesünder, ich konnte wieder eintreten ins Leben, auch ins berufliche Leben und bin nun dabei, neue Erfahrungen zu machen.

Es geschieht jedoch immer wieder, dass ich meine neuen Erfahrungen durch die Brille der alten betrachte und bewerte und dann geht es mir (emotional) schlecht. Vor einem Jahr machte mein Körper mich in solchen Situationen mit einem Asthma-Anfall auf den lieblosen Umgang mit mir selbst aufmerksam. Sobald ich jedoch verstanden hatte bzw. verstehe, was da gerade passiert und das Alte bedingungslos annehme, umarme und „hochwirbele“ in das Neue, ging und geht es mir unmittelbar besser.

Während dieses Prozesses habe ich keinerlei Medikamente genommen, weder schulmedizinische noch naturheilkundliche.

Die Heilung meiner Person geschah und geschieht auf der Basis der bedingungslosen Akzeptanz meiner „inneren Haltung“ zu mir selbst und der Erfahrungen, die zu dieser inneren Haltung geführt haben und ihrer Überführung in ein harmonischeres Gefühl zu mir selbst mittels der goldenen Liebesspirale.

Ein „simples“, ganz einfaches, aber rasch und sanft wirkendes Verfahren.

Dauerhaft heilend wirken aber die andren Gedanken, die liebevollen, gütigen, nachsichtigen, aufbauenden Gedanken und Gefühle in meinem Alltag. Das ist nicht ganz so simpel, schleichen sich die alten, vertrauten Gedanken doch immer wieder ein und manifestieren sofort. Und das ist eine große Hilfe, denn damit machen sie mich  aufmerksam auf meinen Umgang mit mir selbst. So kann ich einen Schritt zurücktreten, das Alte erkennen, es umarmen und über die Liebesspirale hineinwirbeln in das Neue und erneut das Neue denken und immer mehr fühlen, damit es sich verfestigen kann in mir.  Auf diese Weise hat sich im Laufe der Zeit   eine  ganz selbstverständliche  liebevollere  Umgangsweise mit mir selbst entwickelt und entwickelt sich noch.

In diesem Prozess habe ich begonnen, die volle Verantwortung für mich selbst zu übernehmen, mir zu verzeihen und mich zu loben, mich bedingungslos liebzuhaben – unterstützt durch die goldene Liebesspirale.

Ich betone an dieser Stelle, ich bin dem in mir, das das Asthma erzeugt hat dankbar. Ich konnte mich entscheiden für Cortison oder die Liebe als Heilmittel. Ich habe mich für die Liebe entschieden und einen Zugewinn auf der ganzen Linie gemacht, sehr rasch und sehr sanft!

Enden möchte ich mit einer Geschichte:

Ein indianischer Großvater erzählt seinem Enkel von 2 Wölfen. Der eine ist sehr liebevoll und weise, sehr achtsam im Umgang mit anderen Wölfen, ein Vorbild für alle anderen Wölfe.

Der zweite Wolf hingegen ist gierig, bösartig, hinterlistig und fordert den liebevollen Wolf immer wieder zum Kampf heraus.

Der Enkel fragt seinen Großvater:“Und welcher Wolf gewinnt?“ „Der Wolf, den du fütterst“, antwortet der Großvater.

(Diese Geschichte stammt nicht von mir, ich habe sie irgendwo gelesen und behalten, weil sie mich beeindruckt hat. Leider kann ich die Quelle nicht angeben.)

Man kann den Sachverhalt auch anders ausdrücken: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Da wo ich meine Energie hinlenke (füttere) erzeuge ich Wachstum.

Ich habe die Geschicte lange Zeit so verstanden, dass ich, wenn ich die Liebe in mir stärken will, den liebevollen Wolf füttern muss. Den „bösen“ Wolf nehme ich möglichst nicht zur Kenntnis, beachte ihn nicht und lasse ihn verhungern. Dadurch aber fühlt er sich ganz zurecht abgelehnt und lebt in Angst und Schrecken. Eine Angst und ein Schrecken, die pausenlos schöpfen, Misserfolge, Krankheit, Isolation,usw. usw.

Es geht aber darum und das habe ich nun am eigenen Leib erfahren,   mich so anzunehmen, wie ich bin, mit all dem, was „böse“ ist, Aggression, Wut, Neid, Gier, Hinterlist und Tücke usw. usw., all das ebenfalls zu füttern, nämlich mit Liebe und bedingungsloser Akzeptanz, was der Angst immer mehr die Energie nimmt, wodurch sie nach und nach zur höheren Schwingung der Liebe wird. Folge, es gibt es nun 2 liebevolle Wölfe in mir, die verschmelzen zu einem. Sie erhalten beide eine Nahrung, die ihr Herz erreicht und sie stärkt – die bedingungslose gefühlte Liebe.